Berufsfachschule für Design
Fotodesign
Grafikdesign Modedesign

Unterrichtskonzept

Die Ausbildung Fotodesign am Lette-Verein vermittelt im ersten Jahr eine gestalterische und technische Grundausbildung, im zweiten Jahr eine vielseitige Fachausbildung und im dritten Jahr die Entwicklung und Professionalisierung der persönlichen Bildsprache. Die Ausbildung fördert die Auseinandersetzung mit kulturellen und sozialen Sachverhalten und Ausdrucksformen, befähigt zum Finden eigenständiger visueller Umsetzungen, vermittelt handwerklich-technische Kenntnisse und Fertigkeiten und fördert, vor allem in der Projektarbeit, Methodenwissen, soziale Kompetenz, konzeptionelles Denken, selbständiges Planen und Vorgehen im Designprozess.

Am Anfang der gestalterischen Arbeit steht die intensive inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema und seiner sichtbaren Präsenz. Aus der inhaltlichen Kenntnis und thematischen Durchdringung leitet sich die Visualisierung ab. In dieser Umsetzung von Inhalten entwickelt sich der persönliche Gestaltungsstil unter Beachtung des Kommunikanten. Insofern läßt sich nicht nur von der Übereinstimmung von Form und Inhalt sprechen, sondern davon, dass Design stets auch Kommentar zum Inhalt ist. Das heißt, ein Fotodesigner/in ist stets auch Kommentator/in, Autor/in, Inszenator/in oder Rhetoriker/in.
In der Ausbildung werden daher nicht nur formalästhetische Gestaltungsregeln eingeübt, sondern vielmehr eine Grundhaltung, die die bewusste Auseinandersetzung mit Inhalt und Form und die persönliche Stellungnahme ermöglicht. Die Fotodesigner/in entwickeln eine eigene Identität, die von einer gebildeten Persönlichkeit geprägt ist. Künstlerische und gestalterische Persönlichkeitsbildung, Nutzung von Freiräumen und die Herausforderung zum Widerspruch tragen dazu bei, dass die jungen Menschen die schwierige Gratwanderung zwischen experimentellem Erforschen visueller Ausdrucksmöglichkeiten und realitätsbezogenem Bearbeiten von Kommunikationsaufträgen erfolgreich einüben. Auf der Ebene der Form fördert die Ausbildung so die Fähigkeiten zur Entwicklung einer überzeugenden Bildsprache. Auf der inhaltlichen Ebene werden das konzeptionelle Denken und die Klarheit des Konzeptes eingeübt.
Auf der Ebene von Technik und Medien fördert die Ausbildung die Fähigkeit, ästhetisch-konzeptionelle Gestaltung und technisch-mediale Realisierung sinnvoll zu verbinden. Der Gegensatz von Kreation und Realisation, heute computerunterstützt, läßt sich produktiv wenden durch die Befragung von Sinn und Gebrauchsmöglichkeit der Technik. Gegenüber der Sinnarmut und kritiklosen Ausrichtung unserer Lebenswelt auf elektronische Medien kommt es gerade heute auf einen bedachten Umgang mit Technik und Medien an. Die Ausbildung vermittelt deshalb den praxisbezogenen und kritischen Umgang mit den technischen Realisierungsmitteln.